Aus dem Jahrbuch "Waldbach - 750 Jahre

Ein Gemeindeveto vom Jahr 1650 und was es bewirkt hat


von Hans-Heinz Schmidt

Im Jahr 1650 wurde "Magister Johann Jakob Sutorius gewesener Pfarrer zu Weiler zum Pfarrer nach Waldpach verordnet". Diese Ernennung hatte eine Vorgeschichte. Sie lässt sich folgendem Schreiben vom 5. Juli 1650 entnehmen:
"..Von Gottes Gnaden Eberhart Herzog zu Wirtemberg ..Unsern Gruß zuvor, ehrsame liebe Getreue etc.
Ob wir wohl unlängst den Pfarrer zu Schwabbach Magister Ludwig Braun auf sein untertänig Supplizieren zur erledigten Pfarr Waldpach wie auch Johann Jacobum Sutorium Pfarrer von Weiler geboren aus Kurzlingenfeldt von der Pfalz zur Pfarr Schwabbach gnädig bedacht und verordnet. Dieweil aber die Gemeinde zu Waldpach wider ihn, Magister Braunen wegen seiner Präcipitanz, wodurch er sich bei Haltung des heiligen Abendmahls und Kindertaufe wie auch Sprechung des Vaterunsers und Segens ganz unverständlich macht, repliziert, er auch nunmehr selbst keine weitere Lust dahin hat, sonder noch ferner bei seinen alten Pfarrkinder zu Schwabbach, als denen er nicht unangenehm und zuwider, verbleiben will, als wollen wir solche Translation für Magister Braunen hiermit wieder aufgehoben und hiergegen vermeldeten Johann Jacobum Sutorium nach Waldpach in Gnaden bedacht haben. Mit Befehl Euer Specialis wolle denselben allda eine Probepredigt verrichten lassen und da er selbiger Gemeinde annehmlich, alsdann ihn in einer Predig Ecclesiae commendiren und ihn gebühren investieren. Du aber Hofmeister in Lichtenstern sollst ihm die bestimmte Besoldung reichen."
Quelle: Evangelisches Kirchen-und Schulblatt für Württemberg, Nr. 2/1879, S. 14.