Renovierungen seit 1960

Die aufziehenden Weltkriege waren sicherlich nicht leicht für Land und Bevölkerung. Der Kriegsbegeisterung des 1.Weltkrieges fiel die 1453 gegossene Glocke zum Opfer. Sie war mit der Umschrift "Hilf, Gott, Maria, Lukas, Markus, Johannes" versehen und wurde um 1922 durch eine einfache Stahlglocke ersetzt. Mit dem Ende des 2.Weltkrieges besetzten und befreiten Amerikanische Truppen am 14.April 1945 Waldbach ohne Kampfhandlungen.
Heute steht die alte Stahlglocke auf der Nordseite des Kirchturmes. Bilder finden Sie in unserer Bildergalerie.

Nachdem nunmehr 70 Jahre durch die politischen Verhältnisse und allgemeine Knappheit keine Instandhaltungsarbeiten an der Kilianskirche durchgeführt werden konnten, beschloss der Kirchengemeinderat 1959 das Innere der Kirche gründlich zu renovieren. Im Laufe der Bauarbeiten wurde der nördliche Treppenturm entfernt, die obere Nordempore herausgerissen, die Wendeltreppe versetzt, neue Bodenplatten verlegt, ein neues Gestühl samt einer elektrischen Heizung eingerichtet, neue Türen und Fenster eingesetzt und ein neuer Verputz angebracht. Der Gesamtaufwand dafür betrug ungefähr 200.000 Deutsche Mark, wovon die gemeindemitglieder durch Sammlungen, Opfer und Spenden, sowie durch die freiwillige Mitarbeit ungefähr 45.000 DM aufgebracht haben (Quelle: Pfarrer Basler).

Durch Zufall entdeckte man unter dem hiesigen Himmelfahrtsbild die heutige barocke Abendmahlszene wieder und legte diese frei. Eine weitere Entdeckung machte Pfarrer Basler im Juli 1960. Beim Abräumen von Bauschutt im Chor entdeckte er ein kleines Tongefäß, das oben mit Pech fest verschlossen war. In ihm befanden sich 30 Rheinische Goldgulden um 1400, die im Gebiet der Erzbischöfe von Mainz, Trier und Köln geprägt orden waren. Dieser Schatz musste in dieser Zeit schon ein kleines Vermögen darstellen,wenn man sich vor Augen führt, dass 1438 der gesamte Ort dür 2000 Gulden verkauft wurde. Vermutlich wollte der damalige Pfarrer den Kirchenschaft vor Plünderer verstecken und kam Anfang des 15.jahrhunderts bri der Zerstörung des Ortes selbst ums Leben. Weitere Münzen, aus Zeiten zwischen dem 14. und 20. Jahrhunderts wurden ebenso gefunden. das älteste Stück stellte eine Opfermünze um 1300, einen sogenannten Haller Händlesheller. Vermutlich sind diese Münzen durch Ritzen des Holzbodens in die Erde gelangt.

Da sich im Laufe der Jahre der Grundwasserspiegel absenkte, bildeten sich starke Risse in den Wänden des Kirchenschiffes, die 1995 bei einer umfassenden Aussenrenovierung behoben wurden. Kaum waren die Schulden bezahlt, wurde überlegt, wie man gemeinsam eine notwendig gewordene Innenrenovierung schultern könnte. In zahlreichen Verhandlungen und Eigenleistungen machte es die Kirchengemeinde Waldbach-Dimbach möglich, der Kilianskirche 2006 zu neuem Glanz zu verhelfen.

Unsere Kirche ist uns wert und teuer

1995/1996 wurde unsere Kilianskirche für 925.000 DM außen renoviert. Nachdem 1998 die Schulden getilgt waren, begannen wir für die Innensanierung zu sparen. Seit 1999 konnten wir jährlich 15.000 Euro zur Seite legen und rechneten nach einer ersten Schätzung durch den Oberkirchenrat mit Kosten von 325.000 Euro.

Nach genauerer Planung steigerten sich die Kosten auf mehr als 700.000 Euro, der Kirchengemeinderat beschloss, dieses Projekt zu schultern, denn er merkte, das Engagement unzähliger Menschen - sogar aus anderen Gemeinden und anderen Konfessionen - zugunsten der Kirche entwickelte sich "sagenhaft". Wir konnten uns auf die Unterstützung der Kirchengemeindemitglieder und der ganzen Bevölkerung verlassen.
20 Konzerte wurden zugunsten der Innenrenovierung gegeben und erbrachten mehr als 12.000 Euro, die Erlöse von drei Sommerfesten(11.500 Euro), vier Erntebittgottesdienste (4.500 Euro). und einem Basar (1.500 Euro) wurden dazugelegt.
Weit über die Ortsgrenzen hinaus wurde unsere "sagenhafte Geldvermehrung" bekannt. Die verschiedenen Talente kamen zutage und wurden genutzt, um Geld zu sammeln für die Kirche. Immer neue Ideen entstanden, 20-fach wurden die ausgegebenen 1400 Euro vermehrt und dabei unser Zusammenhalt und unser Gemeinschaftsgefühl gestärkt.

Ingesamt 77.000 Euro Spenden erhielten wir - ohne die Geldvermehrung - für die Kirche, dazu kamen 27.000 Euro Kirchgeld, der Verkauf von zwei Grundstücken (110.000 Euro und Eigenleistungen im Wert von fast 100.000 Euro, hier sei auch das Lehrlingsprojekt der Firma Dietz & Strobel dankend erwähnt. Und so schaffen wir es , in nur 8 Jahren die Finanzierung einer Baumaßnahme von mehr als 700.000 Euro zu bewältigen, bei der unsere Kirchengemeinde mehr als 400.000 Euro selbst aufbringen muss! Ein großartiges Zeichen der Liebe zu unserer wunderbaren Kirche!

Wer trägt die übrigen 300.000 Euro?

Die Landeskirche unterstützt uns mit 210.000 Euro, der Kirchenbezirk mit 19.000 Euro, das Denkmalamt finanziert 60.000 Euro, vom Land Baden-Württemberg bekommen wir 14.000 Euro für unser innovatives Heizkonzept.

Und wofür geben wir das Geld aus?

Die Trockenlegung der Kirchenmauern kostet 44.000 Euro, die übrigen Außenanlagen 90.000 Euro. Die eigentliche Innenrenovierung - ohne Heizung - beläuft sich auf 300.000 Euro, die Heizung kommt auf 153.000 Euro. 10.000 Euro investieren wir in Kunst, die Nebenkosten belaufen sich auf 115.000 Euro.

So teilen sich die Kosten der eigentlichen Innenrenovierung auf:

  • Restauratoren: 117.000 Euro
  • Elektroinstallation: 66.000 Euro
  • Beleuchtung: 16.000 Euro
  • Stühle/Bänke: 16.000 Euro
  • Sonstige Kosten: 66.000 Euro

Wir sind glücklich darüber, dass wir gemeinsam diese riesige Aufgabe schultern und danken von Herzen für soviel Unterstützung, für so viel Großzügigkeit und Engagement!

Timo Schumacher, Christof Weiss-Schautt, Petra Schautt